Zielsetzung
Das Ziel des BIG-5-Projekts ist es, zum einen die Gesundheit von Frauen „in schwierigen Lebenslagen“* zu fördern, indem Strukturen, wie niederschwellige Bewegungskurse und Netzwerke auf kommunaler Ebene, auf- und ausgebaut werden. Zum anderen sollen die Frauen zu mehr Kontrolle über die Determinanten ihrer Gesundheit befähigt werden.
Zudem ist es das Ziel, die Optimierung der Verbreitung und dauerhaften Umsetzung des BIG-Projekts zu erproben. Durch die langjährige Erfahrung mit der Umsetzung des Projekts und durch vorläufige Ergebnisse bisher unveröffentlichten Datenanalysen konnten Faktoren festgestellt werden, die den nachhaltigen Transfer des Projekts fördern. Hierzu zählen vor allem eine längere Unterstützung der Kommunen durch die Wissenschaft und die Vernetzung der Koordinatorinnen verschiedener Kommunen.
Umsetzung
Im Rahmen des BIG-5-Projekts werden an fünf Standorten in Bayern (Kaufbeuren, Kempten, Landkreis Fürth, Landkreis Oberallgäu und der Odenwald-Allianz) unter Anwendung von partizipativen Ansätzen Bewegungsangebote für Frauen geplant und umgesetzt.
Hierzu bauen die jeweiligen BIG-Koordinatorinnen und – Koordinatoren vor Ort kommunale Unterstützungsstrukturen bestehend aus politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern (z.B. Stadträte und Vorsitzende von Vereinen) und lokalen Basisexperteninnen und Basisexperten (z.B. Mitarbeitende von Kulturvereinen, Sportvereinen oder Ämtern) auf.
Bei gemeinsamen Planungstreffen entwickeln die Koordinatorinnen und Koordinatoren mit den Akteurinnen und Akteuren sowie Frauen Bewegungsangebote, welche insbesondere auf den Wünschen und Bedürfnissen der Frauen basieren.
Durch die Einbindung der lokalen Akteurinnen und Akteuren sowie der Frauen sollen neue Handlungsmöglichkeiten entstehen und bestehende Ressourcen identifiziert werden. Auf diese Weise wird ein Unterstützungsnetzwerk geschaffen und den Frauen die Implementierung von Angeboten ermöglicht.
Durch die Verwendung des Beteiligungsansatzes arbeiten die Frauen in allen Projektphasen gleichberechtigt mit. Hierfür werden pro Standort sogenannte „Peers“ – Frauen aus der Zielgruppe, die das Projekt unterstützen, als Multiplikatorinnen ausgebildet und entlohnt.
Beworben werden die Kurse durch die Peers, indem diese gezielt potenzielle Teilnehmerinnen in ihrer Lebenswelt, z.B. in der Kita, auf die BIG-Angebote ansprechen und diese bei Bedarf zu den Kursen begleiten. Durch die umfangreiche Partizipation der Zielgruppe gelingt es, Zugangsbarrieren zu identifizieren, zu reduzieren und die Frauen zu erreichen.
Die Standorte werden zudem durch die wissenschaftliche Koordination an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unterstützt und profitieren von regelmäßigen Netzwerktreffen mit allen BIG-5-Koordinatorinnen und –Koordinatoren bzw. den Koordinatorinnen und Koordinatoren aus früheren BIG-Projekten, welche noch aktiv Bewegungsangebote umsetzen.
*selbstgewählter Begriff der Frauen