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IN FORM digital

Mit rund 800 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der erste digitale IN FORM Kongress im Mai 2021 ein voller Erfolg. Hier ein kurzer Rückblick und Vorträge zum Herunterladen #ichbininform

Zum Thema Ernährung Bewegung Für die Zielgruppe Allgemein

Grafitti - Mann springt über einen Kürbis mit Schriftzug "Gemeinsam Zukunft gestalten: Nachhaltig in Bewegung und Ernährung"
Bild: BMEL/Ereignishaus

IN FORM erfindet sich neu. Nicht nur, dass Nachhaltigkeit und klimaschonender Verbrauch eine noch größere Rolle bei allen Aktivitäten von Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung spielen. Auch die Digitalisierung schreitet voran.

Bedingt durch die Covid-Pandemie entschieden sich die Verantwortlichen für einen virtuellen Kongress mit Live-Schaltungen aus dem Studio in Troisdorf mit Moderator Sebastian Messerschmidt. Im Mittelpunkt der Vorträge, Interviews und Talks standen die Verpflegung in Kitas und Schulen, Themen und Methoden der Ernährungsbildung sowie die Bewegungsförderung für Kita- und Schulkinder sowie Jugendliche.

Zu allen Themengebieten konnten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in Workshops selbst aktiv werden und sich austauschen. Mit durchschnittlich 50 bis 75 Teilnehmenden war das Interesse an virtuellen Arbeitstreffen etwa zur Nachhaltigkeit in der Ernährungsbildung, zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung oder zur Evaluation von Projekten hoch.

Alle Highlights auf YouTube

Dr. Margareta Büning-Fesel, Leiterin des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), erläuterte in ihrem Vortrag „Querbeet und kunterbunt – essen in unseren planetaren Grenzen“ die Planetary Health Diet als einen Speiseplan für die nachhaltige Ernährung. Ihre Kernbotschaft: „Wir sollten alle erkennen, dass die globale Lage ernst ist und dass wir handeln müssen!“ Je nach Quelle gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass der Bereich „Ernährung“ 15 bis 20 Prozent der gesamten Treibhausemission durch den Menschen verursacht.

In seinem Vortrag „Sport kann helfen“ thematisierte Jakob Etzel vom Ressort Präventionspolitik und Gesundheitsmanagement im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) die Bedeutung der Bewegungsförderung – gerade in Corona-Zeiten. Dabei verwies er auf eine Reihe von Studien, die die Gefahren von körperlicher Inaktivität für Kinder und Jugendliche aufzeigen. Untersuchungen wie die Copsy-Studie zeigen, dass insbesondere in der 2. Lockdown-Welle Kinder sich deutlich weniger bewegt haben, was zu einem Anstieg mentaler Probleme beigetragen haben könnte. Die 90.000 Sportvereine in Deutschland mit ihrem Angebot an Bewegungs- und Freizeitmöglichkeiten bieten Kindern und Jugendlichen hierzulande die Chance, die richtige Sportart für sich zu finden.

 

Zu den Highlights von IN FORM digital zählte der Expertinnen- und Experten-Talk zur digitalen Wissensvermittlung am ersten Kongresstag. Es diskutierten:

  • Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz (im Studio) und Interessenvertreter von Schülerinnen und Schülern
  • Dr. Sarah Henkelmann, Sprecherin des Netzwerks digitale Bildung. Das Netzwerk Digitale Bildung ist laut seiner Homepage „ein loser Zusammenschluss von Personen unterschiedlicher Expertise, Erfahrungen und Interessen, die sich für zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen engagieren“
  • Professor Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III am Uniklinikum Ulm. Laut Spitzer schränkt übermäßiger Medienkonsum die Kapazität des Gehirns ein. Der Hirnforscher warnte in seinem Buch von 2012 vor „Digitaler Demenz“, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Ausgangspunkt der Live-Diskussion war die These, dass neuartige Bildungs-Angebote und computerbasierte Lernmethoden in der Corona-Krise die Digitalisierung in Schulen vorangebracht haben. Doch wie können Ernährungsbildung und Bewegungsförderung in diese Konzepte integriert werden – und ist das überhaupt möglich?

Wie wichtig Bewegung für alle Schülerinnen und Schüler ist, verdeutlichten insbesondere Dario Schramm und Professor Manfred Spitzer. Gerade in der Corona-Zeit nahm der Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen zu. Weil schon zu normalen Zeiten zu wenig Sport in der Schule angeboten würde, wirke sich diese Kombination jetzt fatal aus. „Nach sieben Wochen Homeschooling haben die Lehrer ihre Schülerinnen und Schüler nicht mehr wiedererkannt“, so Spitzer mit Hinweis darauf, dass während der Pandemie die Zahl der übergewichtigen Heranwachsenden stark gestiegen sei.

Trotz aller Skepsis biete die Nutzung digitaler Medien in der Schule aber einen Mehrwert, so Sarah Henkelmann. In der Pandemie hätten sich viele Lehrkräfte weiterentwickelt. Neue Methoden seien entstanden. Hier solle man mutig vorangehen, auch nach der Pandemie. Ganz wichtig dabei sei es, so die Vertreterin des Netzwerks digitale Bildung, Schülerinnen und Schüler mit einzubinden und ihre Kompetenzen bei der Weiterentwicklung von Lernangeboten zu nutzen.

Die einstündige Diskussion können Sie sich auf dem YouTube-Kanal des Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) noch einmal anhören. Hier finden Sie Mitschnitte aller Vorträge, Talks und Interviews im Haupt-Stream des Kongresses IN FORM digital.

Hinweis: Mit dem Klick auf den YouTube-Link verlassen Sie die IN FORM Website.

Mitschnitte auf YouTube

Grafitti - Mann springt über einen Kürbis mit Schriftzug "Gemeinsam Zukunft gestalten: Nachhaltig in Bewegung und Ernährung"

Hier geht es zu allen Videos des Haupt-Streams des Kongresses IN FORM digital auf YouTube

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