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So sollten sich Ältere vor dem Coronavirus schützen

Ältere Menschen und Vorerkrankte sind während der Corona-Krise besonders gefährdet. Hier lesen Sie, wie Sie Ihre Gesundheit derzeit am besten schützen und dennoch in Kontakt mit Ihren Angehörigen und Freunden bleiben können.

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Ältere Dame schaut vom Balkon über die Dächer
Ältere Menschen und Vorerkrankte sollten ihre direkten sozialen Kontakte soweit wie möglich reduzieren, um sich nicht mit dem Corona-Virus anzustecken. Bild: Andrea Arnold / stock.adobe.com

Die neuartige Lungenkrankheit, die durch das COVID-19-/Corona-Virus ausgelöst wird, kann bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen einen sehr schweren Verlauf nehmen. Bisher gibt es weder gezielte Medikamente noch eine Impfung dagegen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) haben Maßnahmen zusammengestellt, mit denen sich gefährdete Personen schützen sollten.

  • Reduzieren Sie soziale Kontakte soweit möglich, auch zu Gleichaltrigen, denn auch sie können Überträger sein.
  • Meiden Sie derzeit jeden unmittelbaren Kontakt zu Enkelkindern. Die Großeltern sollten möglichst nicht in die Betreuung einbezogen werden.
  • Gehen Sie nicht in Arztpraxen, rufen Sie im Bedarfsfall dort an, und fragen, wie Sie sich verhalten sollen.
  • Gehen Sie, falls möglich, nicht in Apotheken, bestellen Sie benötigte Arzneimittel per Telefon und lassen Sie sich diese liefern oder nehmen Sie, wenn möglich, Hilfe aus der Familie oder der Nachbarschaft an.
  • Nehmen Sie Bring- und Lieferangebote an: durch Familie und Nachbarn, durch Supermärkte.
  • Halten Sie ihre sozialen Kontakte über Telefon oder, wenn möglich, über Skype oder andere Anbieter aufrecht.
  • Begrenzen Sie die Zahl der Personen, die in Ihre Wohnung kommen, auf ein Minimum.
  • Spazieren gehen und Bewegung an frischer Luft, z. B. im Wald stärken Ihre Abwehr. Halten Sie auch dort mindestens zwei Meter Abstand, wenn Sie andere Menschen treffen.

 

Trotz der Einschränkungen, die die soziale Distanz mit sich bringt, sollten sich ältere Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten in ihrer Wohnung bewegen. Übungen liefert die "Bewegungspackung" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (siehe Link am Ende dieses Beitrags). Auch kurze Spaziergänge gehören dazu. Fahrten in öffentlichen Verkehrsmittel wie Straßenbahnen, Bussen und Zügen sind auf jeden Fall zu vermeiden.

 

Internet-Angebot der BZgA für ältere Menschen

Wie Seniorinnen und Senioren sich vor einer Ansteckung bestmöglich schützen können und was sie in der aktuellen Situation für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden tun können, darüber informiert auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrem Online-Portal "Gesund und aktiv älter werden". Das Angebot zeigt geeignete Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen und unterstützt Ältere mit praktischen Empfehlungen für den Alltag zu Hause.

Neben den Alltagsempfehlungen hält das Internet-Angebot gesund-aktiv-aelter-werden.de Merkblätter und Erklärvideos zum Thema Coronavirus bereit. Außerdem gibt es Antworten auf häufig gestellte Fragen – beispielsweise, ob ältere Menschen auf ihre Enkel oder Kinder aus der Nachbarschaft aufpassen dürfen oder ob Spaziergänge noch erlaubt sind. Empfehlungen zu gesunder Ernährung und Entspannungstechniken runden das Angebot ab.

 

 

Digitale Kontakte gegen die Einsamkeit

Eine besondere Verantwortung liegt jetzt bei den Jüngeren, die ihre älteren Angehörigen und Freunde auf die oben genannten Maßnahmen hinweisen sollten. Obwohl es schwerfällt, sollten Besuche bei Älteren unterbleiben.

Umso wichtiger ist es jetzt, den Kontakt etwa von Großeltern zu ihren Enkelinnen und Enkeln aufrecht zu erhalten. Häufigere Telefonate helfen gegen die Einsamkeit. Auch digitale Kommunikationsmöglichkeiten wie Skypen oder Videotelefonie über WhatsApp können Besuche zwar nicht ersetzen, schützen aber Ältere in der Corona-Krise.

Das Internetportal wissensdurstig.de der BAGSO ist Teil der Servicestelle „Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen“, die das Bundesseniorenministerium (BMFSFJ) fördert. Das Portal liefert Bildungsangebote für ältere Menschen sowie Tipps und Materialien zu Digitalisierung und Bildung im Alter.
Aktuell zur Corona-Krise finden sich auf wissensdurstig.de Links zu kostenlosen Lernangeboten und Anleitungen für Skype und WhatsApp. Interessierte können sich dort über die Funktionen für Smartphones informieren. Auch Jüngere, die diese und andere Kommunikationsplattformen längst nutzen, können sich dort Anregungen holen, wie sie ihr Wissen besser an ältere oder unerfahrene Menschen weitergeben können.

Die Generationen müssen jetzt in der Krise stärker zusammenhalten denn je. Gerade hier kann auch eine Chance liegen: Wenn Ältere und Jüngere ihre Erfahrungen austauschen und plötzlich gemeinsame Themen für sich entdecken, ist dies das beste Rezept gegen Einsamkeit.

Dieser Artikel ist Teil folgender Serie:

Serie zur Serie
Coronavirus unter dem Mikroskop

Covid-19/Coronavirus

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